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Ist er nicht zu Warm?

23/9/2026

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Für körperreiche Rotweine wird häufig «Zimmertemperatur» als ideale Serviertemperatur empfohlen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, woher diese Empfehlung stammt: Vor rund 100 Jahren herrschten in Wohnräumen meist Temperaturen um 18 °C – eine Temperatur, die für viele kräftige Rotweine tatsächlich ideal ist.
Heute sind unsere Wohnzimmer mit 22 bis 24 °C jedoch deutlich wärmer. Für einen körperreichen Rotwein ist das in der Regel zu warm. Ein Wein, der zu warm serviert wird, wirkt schnell schwer, alkoholisch und weniger ausgewogen.
Auch beim Servieren sollte man die Erwärmung nicht unterschätzen: Nimmst du eine Flasche aus dem Weinkühler und stellst sie auf den Tisch, kann sich ihre Temperatur bereits innerhalb einer halben Stunde um mindestens 2 °C erhöhen.
Gerade an einem warmen Sommertag gehört deshalb auch bei Rotwein ein Kühler auf den Tisch. Es ist besser, den Wein etwas zu kühl zu servieren und ihn im Glas langsam auf die gewünschte Temperatur kommen zu lassen, als ihn von Anfang an zu warm einzuschenken.
Ist der Wein tatsächlich einmal etwas zu kalt, lässt er sich im Glas sehr einfach erwärmen: Halte den Kelch für kurze Zeit mit der Handfläche von unten. Die Wärme der Hand wird direkt auf das Glas und damit auf den Wein übertragen.
Das funktioniert allerdings nur dann, wenn der Wein tatsächlich wärmer werden soll. Ansonsten hält man ein Weinglas möglichst am Stiel und nicht am Kelch – einerseits, damit das Glas nicht durch die Hand erwärmt wird, andererseits, damit auch der Wein seine optimale Temperatur behält. Und ganz nebenbei bleibt das Glas so auch frei von Fingerabdrücken.

Serviertemperaturen im Überblick

Schwere / gehaltvolle Rotweine bei 16 bis 18°C
Leichte rote Sommerweine bei 14° bis 16°C
Gehaltvolle Weissweine bei 10 bis 14°C
​Roséweine bei 8 bis 12°C

Schlanke Weissweine bei 7 bis 10°C
Schaumweine bei 6 bis 10°C
Süssweine bei 6 bis 8°C

Wein rasch kühlen

Wickle die Flasche in ein feuchtes Baumwolltuch und schiebe sie direkt in das Eisfach des Kühlschranks. 15 - 30 Minuten später ist die perfekte Trinktemperatur erreicht.
​
Und bitte: keine Eiswürfel in den Wein :-)

​Was mache ich mit einer angebrochenen Flasche

Tanninbetonte Rotweine mit einem jüngeren Jahrgang können problemlos ein, zwei Tage im Kühlschrank gut verschlossen aufbewahrt werden, ohne dass sie an Substanz und Qualität verlieren. Mit Weisswein ist es etwas schwieriger, weil er schnell an Frische und Spritzigkeit verliert. Man kann den Wein auch in eine kleinere Flasche randvoll abfüllen und dann kühlen.

​Wärme und Sauerstoff sind die ärgsten Feinde eines angebrochenen Weines. Kommt er mit zu viel Sauerstoff in Berührung, kann er oxidieren und verderben. Um dies zu verhindern, wird die Luft mit einer Vakuumpumpe aus der Flasche herausgepumpt. Eine weitere Möglichkeit ist, Stickstoff in die Flasche zu sprühen. Das Gas soll die Luft verdrängen und so die Oxidation des Weines reduzieren.
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